Ketamininfusion in meiner psychiatrischen Facharztpraxis

Bayern, Traunstein

Depression

Früher unterteilte man die Depressionen nach ihrer (vermuteten) Herkunft. Erlebnisbedingte Depressionen nannte man „neurotisch“, solche die keine erkennbare äußere Ursache hatten, endogen (von innen kommend). Vor vielen Jahren setzte sich die Erkenntnis durch, dass diese strenge Teilung nicht haltbar ist, da sowohl bei den „endogenen“ Depresioenn äußere Umstände eine deutliche Rolle spielten, als auch bei den „neurotischen“ eine gewisse endogene Komponente gegeben war. Seither unterschiedet man nur noch nach dem Schweregrad in leicht , mittel und schwer. (beim ersten Auftreten spricht man von Episode , ab dem zweiten von rezidivierender Störung)

Nach den aktuell gültigen Leitlinien kann man bei leichten Depresionen vorerst beobachtend zuwarten, bei mittleren Depressionen kann man psychotherapeutisch und/ oder mit Medikamenten behandeln, bei schweren Depressionen sind immer auch Medikamente einzusetzten. Je nach vorherschender Symptomatik und Begleiterkrankungen sowie Begleitmedikation ist das entsprechende Medikament auszuwählen.

Häufig ist das Erlernen und Praktizieren eines Entspanungsverfahrens von Vorteil. Welchem dabei sinnvoll der Vorzug gegeben werden soll richtet sich nach meiner Erfahrung (meist) nach der persönlichen Vorliebe. Wichtig ist, dass es zu einem paßt, regelmäßig praktiziert werden kann und wird. Persönlich halte ich ein Verfahren, dass auch im „Notfall“ schnell einsatzbereit ist für vorteilhaft.

Alternative und ergänzende Verfahren wie Musik-, Tanz-, Maltherapie (u.a.) sind im ambulanten Bereich nur selten verfügbar. Andere Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • die Elektrokrampftherapie (EKT)
  • repetitive transcranielle Magnetstimulation (rTMS)
  • Ketaminbehandlung